Stellenstreichungen durch Finanzmarktkrise bewirken Umdenken | | Ex-Bankenmanager kehren Finanzgiganten immer öfter den Rücken (Foto: pixelio.de, terramara) | |
Frankfurt am Main/Bielefeld (pte/18.04.2009/06:00) - Bedingt durch den Personalabbau bei Finanzgiganten zieht es immer mehr ehemalige Banker in die freie Finanzberatung. "Diesen Trend kann ich bestätigen. Obwohl viele dafür vor allem die aktuelle Finanzkrise verantwortlich machen, ist dies nicht der einzige Grund. So scheint es bei vielen Ex-Finanzstrategen auch eine Frage des Berufsethos zu sein", erklärt Peter Edinger, Geschäftsführer der Top-Service All-Finanz-Planungen GmbH
http://www.honorarberater.de, im Gespräch mit pressetext. In der freien Finanzberatung scheinen daher Bankkaufleute das ihrer Überzeugung nach moralisch Richtige tun zu können. Viele Ex-Banker führen daher als Argument an, dass sie sich bei Banken und Sparkassen deshalb nicht mehr wohl fühlen, weil sie trotz der Erfahrungen aus der Krise weiter nur verkaufen, anstatt Kunden beraten sollen.
Die Bewertung Edingers spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen des Verbundes Deutscher Honorarberater
http://verbund-deutscher-honorarberater.de wider. So schätzt Geschäftsführer Dieter Rauch, dass sieben von zehn neuen Honorarberatern ursprünglich von Finanzinstituten stammen. Für viele Banker sei die Finanzberatung "ein Befreiungsschlag, weil sie endlich das tun können, was sie gelernt haben", unterstreicht der Fachmann in einem aktuellen Bericht der Financial Times Deutschland. Trotz aller Trendnachrichten sehen die finanziellen Aussichten für viele neue Berater derzeit alles andere als rosig aus. Dem Bericht nach beläuft sich allein der Marktanteil der Honorarberatung lediglich auf ein mageres Prozent. Nach Meinung von Experten wird sich daran nicht viel ändern - auch wenn Finanzdienstleister wie die Quirin Bank oder Conrad Hinrich Donner Bank nun auch direkte Honorarberatung anbieten.
"Ein entscheidender Vorteil von Honorarberatern ist deren Unabhängigkeit und Transparenz. Auch wenn es derzeit einen verstärkten Zulauf in freie Beratertätigkeiten gibt, sind wir noch meilenweit von einer Konsolidierung in Deutschland entfernt. Es gibt nach wie vor noch zu wenig Honorarberater, als dass sie sich gegenseitig ernsthaft Konkurrenz bereiten würden", erläutert Edinger, der auch Vorstand beim Finanzplaner Deutschland - Bundesverband e.V.
http://www.finanzplaner-deutschland.de ist, gegenüber pressetext. Trotz aller Vorteile sind viele Anleger jedoch skeptisch, wenn es darum geht, für Finanzberatung zu zahlen. Insider sind sich darüber einig, dass Kunden zu lange gesagt wurde, dass Beratung kostenlos zu sein hat. Eine European-Business-School-Studie fand dagegen heraus, dass Anleger bereit sind, für Beratung zu zahlen. Dann wollen sie zwei Drittel der Summe abhängig vom Erfolg vergüten.
Die Zahlungsbereitschaft der Anleger führt jedoch dazu, dass die Unabhängigkeit der Berater, ähnlich wie die marktüblichen Provisionen für jedes vermittelte Finanzgeschäft, gefährdet ist, meint Rauch. Unterdessen lassen sich viele der Honorarberater nicht nur für ihre Zeit und ihr fachliches Know-how vergüten, sondern bieten Zwitterlösungen aus Courtage und Honorar an. Den langfristigen Erfolg von etlichen Ex-Bankern sieht Rauch trotz verhaltener Nachfrage vor allem deshalb gegeben, weil vermögende Anleger mit komplexeren Depots ein verstärktes Interesse an Honorarberatungen zeigen. Die Krise und die kundenseitig damit verbundene Unsicherheit trägt dazu ihren Teil bei. Edinger sieht daher die fachgerechte Beratung für Anleger in einem langfristigen Boom: "Wenn man als Finanz-Laie wirklich wissen will, was man tut, dann hat man nur zwei Möglichkeiten: Selbst Profi werden oder Profis beschäftigen."